Was ist Conversion-Tracking?
Eine Conversion ist eine Handlung mit Wert für Ihr Geschäft, etwa ein Kauf, eine Anmeldung oder ein Anruf. Conversion-Tracking erfasst diese Handlungen und ordnet sie der Anzeige zu, mit der die Person davor interagiert hat. So sehen Sie, welche Werbeausgaben zu Ergebnissen führen.
Aus diesen Daten entstehen Kennzahlen wie Conversion-Rate, CPA und ROAS. Auch automatische Gebote stützen sich darauf, mehr dazu unter Smart Bidding. Dieser Artikel behandelt Google Ads. Die Messung für Anzeigen bei Meta erklärt der Eintrag Meta Pixel.
Ein frei gewähltes Beispiel: Eine Kampagne kostet 1.000 € und bringt laut Tracking 25 Käufe mit 3.000 € Umsatz. Das ergibt 40 € je Kauf und einen ROAS von 300 %. Ohne Conversion-Tracking sähen Sie bei derselben Kampagne nur Klicks und Kosten.
Wie Conversion-Tracking funktioniert
Bei Conversions auf der Website läuft die Messung laut Google-Ads-Hilfe so ab:
- Conversion-Aktion: Sie legen in Google Ads fest, was gezählt wird.
- Tag: Ein Google-Tag oder Code-Snippet kommt auf die Website.
- Klick: Nach dem Klick auf eine Anzeige wird auf dem Gerät ein temporäres Cookie gespeichert.
- Handlung: Schließt die Person die Aktion ab, erkennt das System das Cookie und erfasst die Conversion.
Fehlt die Einwilligung oder blockiert der Browser das Cookie, entstehen Messlücken. Mehr dazu unter Cookies und im Vergleich Client-Side vs. Server-Side Tracking.
Was sich messen lässt
| Quelle | Beispiele | Erfassung |
|---|---|---|
| Website | Käufe, Anmeldungen, Formulare | Google-Tag, direkt eingebunden oder über den Google Tag Manager |
| App | Installationen, Käufe in der App | Downloads und In-App-Käufe über Google Play teils ohne Tracking-Code |
| Anrufe | Anrufe aus der Anzeige, Nummer auf der Website, Klick auf die Nummer mobil | Bei Anrufen über eine Google-Weiterleitungsnummer ohne Tag |
| Offline | Abschlüsse aus dem CRM nach einer Anfrage | Import aus Dateien oder Schnittstellen, Klick-ID höchstens 90 Tage alt |
| Google Analytics | Schlüsselereignisse aus GA4 | Import in Google Ads, nur als Schlüsselereignis markierte Ereignisse |
In Google Ads ist jede Conversion-Aktion primär oder sekundär. Primäre Aktionen stehen in der Spalte „Conversions“ und fließen in die Gebote ein, wenn sie zu einem Zielvorhaben gehören, das für Gebote genutzt wird. Sekundäre Aktionen dienen der Beobachtung und stehen in „Alle Conversions“. Aus Analytics importierte Conversions sind standardmäßig sekundär. Wie Sie Schlüsselereignisse anlegen, steht im Artikel zu GA4.
Conversion-Tracking einrichten
Für eine Website mit dem Google Tag Manager sind das die Schritte:
- Ziel festlegen: Schreiben Sie auf, welche Handlung zählt und welchen Wert sie hat.
- Aktion anlegen: Erstellen Sie in Google Ads unter Zielvorhaben und Conversions eine Conversion-Aktion. Unter „Tag-Einrichtung“ finden Sie Conversion-ID und Conversion-Label.
- Tags anlegen: Im Tag Manager brauchen Sie das Google-Tag, ein Tag vom Typ „Conversion-Verknüpfung“ und ein Tag „Google Ads-Conversion-Tracking“ mit ID und Label.
- Wert übergeben: Conversion-Wert, Transaktions-ID und Währung sind optional. Bleibt der Wert leer, nutzt Google Ads den Standardwert aus den Einstellungen der Conversion-Aktion. Shops und Formulare liefern solche Angaben meist über den Data Layer.
- Trigger wählen: Der Trigger bestimmt, wann das Tag auslöst, etwa beim Absenden eines Formulars.
- Prüfen und veröffentlichen: Testen Sie in der Vorschau, ob das Tag einmal auslöst und den Wert richtig überträgt.
Beispielcode ohne Tag Manager
Ist nur das Google-Tag eingebunden, meldet dieses Ereignis-Snippet einen Kauf. Es steht auf der Bestellbestätigung. Conversion-ID und Label stammen aus Ihrer Conversion-Aktion, die übrigen Werte aus dem Shop:
<script>
gtag('event', 'conversion', {
'send_to': 'AW-123456789/AbC-D_efG-h12_34-567',
'value': 49.90,
'currency': 'EUR',
'transaction_id': 'B-10042'
});
</script>
Der Wert steht als Zahl mit Punkt, die Währung als dreistelliger Code. Die Transaktions-ID muss Ihr Server je Bestellung neu erzeugen. Eine zweite Conversion mit derselben ID zählt Google nicht. Eine fest im Code eingetragene ID führt deshalb zu fehlenden Conversions.
Einrichtung prüfen: der Status der Conversion-Aktion
Den Status finden Sie unter Zielvorhaben, dann Conversions, dann Zusammenfassung in der Spalte „Status“:
| Status | Bedeutung | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Aktiv | Die Aktion funktioniert wie vorgesehen | Stichprobe mit einem Testvorgang |
| Warten auf Conversions | In den letzten 7 Tagen wurde nichts erfasst, oft bei neuen Aktionen, pausierten Kampagnen oder wenig Besuchen | Bei neuen Aktionen 48 Stunden abwarten, sonst Kampagnen und Seite prüfen |
| Überprüfung erforderlich | Es gibt ein Problem, die Erfassung läuft aber noch teilweise | Hinweis im Status öffnen und beheben |
| Falsch konfiguriert | Ein Einrichtungsfehler oder defektes Tag verhindert die Erfassung | Tag und Trigger in der Vorschau testen |
| Entfernt | Die Aktion wurde gelöscht oder archiviert | Neue Aktion anlegen, falls noch benötigt |
Zählmethode und Conversion-Zeitraum
Zwei Einstellungen jeder Conversion-Aktion verändern Ihre Zahlen. Die Zählmethode legt fest, wie viele Conversions je Anzeigenklick zählen. Google empfiehlt „Jede“ für Käufe und „Eine“ für Leads, weil meist nur die erste Anfrage nach einem Klick zusätzlichen Nutzen bringt.
Der Conversion-Zeitraum legt fest, wie lange nach der Anzeigeninteraktion eine Handlung noch zählt:
| Zeitraum | Standard | Hinweis |
|---|---|---|
| Klick | 30 Tage | Einstellbar je nach Quelle, höchstens 90 Tage. Google empfiehlt mindestens 7 Tage |
| Aktive Wiedergabe (Video) | 3 Tage | Betrifft Videoanzeigen |
| View-through | 1 Tag | Anzeige gesehen, aber nicht angeklickt |
Bei langen Entscheidungen, etwa teuren Anschaffungen, lohnt ein längerer Zeitraum. Änderungen gelten nur für künftige Conversions.
Enhanced Conversions (Erweiterte Conversions)
Enhanced Conversions ergänzen Ihre Conversion-Daten um selbst erhobene Kundendaten, etwa E-Mail-Adresse, Name, Adresse oder Telefonnummer. Die Daten werden laut Google vor dem Versand mit dem Verfahren SHA-256 gehasht. Google gleicht die Hashwerte mit Google-Konten ab und kann Conversions so genauer zuordnen. Das soll die Messung verbessern und den Geboten mehr Daten geben.
Google unterschied bisher zwei Varianten:
- Für das Web: Verkäufe und Ereignisse auf der Website, mit Nutzerdaten etwa aus dem Bestellformular.
- Für Leads: Abschlüsse außerhalb der Website, die auf eine Anfrage zurückgehen, zusammen mit importierten Offline-Conversions.
Laut Google-Ads-Hilfe nimmt Google Ads seit April 2026 Nutzerdaten parallel aus Website-Tags, dem Data Manager und API-Verbindungen an. Seit Juni 2026 hat Google die beiden Varianten für Web und Leads zu einer Funktion mit Ein/Aus-Schalter zusammengeführt. Die Auswahl einer Methode entfällt damit. Offline-Importe und Uploads für Leads per Google Ads API zieht Google seit dem 15. Juni 2026 zur Data Manager API um und sperrt sie in der Google Ads API. Der Datei-Import steht in der Hilfe weiter als eigener, älterer Weg. Bestandsnutzer:innen, die den Bedingungen für Kundendaten bereits zugestimmt haben, stellt Google automatisch um, für einzelne Conversion-Aktionen lässt sich die Funktion abschalten. Prüfen Sie den Status in Ihrem Konto, denn Google führt Änderungen oft schrittweise ein.
Wenn Sie Daten selbst hashen, müssen sie vorher einheitlich sein. Google verlangt unter anderem Kleinschreibung, keine Leerzeichen am Anfang und Ende und Telefonnummern im Format E.164.
Google Ads und GA4: warum die Zahlen abweichen
Zwei Systeme zählen dieselben Käufe unterschiedlich. Laut Google-Ads-Hilfe sind das die häufigsten Gründe:
| Merkmal | Google Ads | Google Analytics 4 |
|---|---|---|
| Datum | Tag des Anzeigenklicks | Tag der Conversion. Klick am 19. Juli und Kauf am 20. Juli erscheinen an verschiedenen Tagen |
| Zeitraum | Je Aktion 1 bis 90 Tage | Cookies gelten bis zu 2 Jahre, spätere Käufe erscheinen nur hier |
| Zählung | Je nach Zählmethode eine oder jede Conversion je Klick | Oft jede Ereignisinstanz |
| Spalten | „Conversions“ nur mit primären Aktionen, „Alle Conversions“ auch mit sekundären und View-through | Eigene Berichte zu Schlüsselereignissen |
| Import | Importierte Daten bis zu 24 Stunden später sichtbar, nur ab dem Importzeitpunkt | Datenquelle des Imports |
Eine Abweichung allein zeigt also noch keinen Fehler. Prüfen Sie eine einzelne Aktion über denselben Zeitraum und mit denselben Filtern.
Einwilligung: unsere Einschätzung
Dieser Abschnitt ist eine Einschätzung, er ersetzt keine Rechtsberatung. Conversion-Tags arbeiten mit Cookies. Nach § 25 TDDDG ist dafür in der Regel eine Einwilligung nötig. Google verlangt im Europäischen Wirtschaftsraum außerdem, dass die Einwilligung an die Google-Tags übermittelt wird, in der Regel über den Consent Mode v2.
Bei Enhanced Conversions kommen Kundendaten hinzu. Hashing macht sie aus unserer Sicht nicht anonym, weil Google die Werte Konten zuordnet. Nehmen Sie den Vorgang deshalb in Einwilligung und Datenschutzerklärung auf und klären Sie ihn mit der für Datenschutz zuständigen Person. Bei der technischen Umsetzung unterstützt Sie unser Consent Management.
Typische Fehler beim Conversion-Tracking
- Doppelte Zählung: Derselbe Kauf läuft über ein Google-Ads-Tag und über ein importiertes GA4-Ereignis, beide als primäre Aktion. Eine Quelle reicht für die Gebote.
- Neu geladene Danke-Seite: Das Tag löst erneut aus. Eine Transaktions-ID hilft, doppelte Käufe zu erkennen.
- Tag löst zu früh aus: Es feuert beim Klick auf „Absenden“, auch wenn das Formular einen Fehler meldet. Der Trigger sollte an die erfolgreiche Übermittlung gebunden sein.
- Fehlende Werte: Ohne übergebenen Wert zählt Google Ads jede Conversion mit demselben Standardwert, und Kennzahlen wie der ROAS werden unbrauchbar.
- Zu viele primäre Aktionen: Zählt ein Newsletter-Klick wie ein Kauf, richten sich automatische Gebote auch danach aus.
- Häufige Änderungen an Zielvorhaben: Größere Änderungen an den Conversion-Zielen versetzen die Gebotsstrategie wieder in die Lernphase. Google zeigt den Status „Lernt“ höchstens sieben Tage an und empfiehlt, die Leistung danach über zwei Conversion-Zyklen oder zwei Wochen zu bewerten, je nachdem, was länger ist.
- Vergleich von Google Ads und GA4: Die Werte weichen voneinander ab, auch wegen unterschiedlicher Attributionsmodelle. Google-Ads-Conversions erscheinen außerdem nicht in den Standardberichten von GA4.
