Was ist Smart Bidding?
Laut Google-Ads-Hilfe passt Google AI bei Smart Bidding die Gebote in jeder Auktion an, um möglichst viele Conversions oder einen möglichst hohen Conversion-Wert zu erzielen. Sie geben Ziel und Budget vor. Das Gebot für die einzelne Suchanfrage berechnet das System.
Dafür wertet Google zur Auktionszeit Signale aus. Genannt werden unter anderem Gerät, Standort, Wochentag und Uhrzeit, Listen aus selbst erhobenen Daten, Anzeigeneigenschaften, Sprache, Browser und die tatsächliche Suchanfrage. In Shopping-Kampagnen kommen Produktattribute hinzu. Eine Strategie kann für eine einzelne Kampagne gelten oder als Portfolio-Gebotsstrategie für mehrere Kampagnen.
Vor- und Nachteile von Smart Bidding
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Das Gebot berücksichtigt in jeder Auktion viele Signale, die Sie von Hand nicht einzeln steuern könnten | Das Ergebnis ist nur so gut wie die gemeldeten Conversions und Werte |
| Sie steuern über Ziel und Budget, die Arbeit an einzelnen Geboten entfällt | Sie sehen nicht, warum ein einzelnes Gebot so ausgefallen ist |
| Auch weitgehend passende Keywords lassen sich laut Google damit gut nutzen | Bei wenigen Conversions oder langen Kaufentscheidungen reagiert das System langsamer |
Die vier Strategien im Überblick
| Strategie | Worauf sie optimiert | Was Sie festlegen | Umgang mit dem Budget |
|---|---|---|---|
| Conversions maximieren | Möglichst viele Conversions | Budget | Versucht, das durchschnittliche Tagesbudget voll auszuschöpfen |
| Ziel-CPA | Möglichst viele Conversions zum gewünschten Durchschnittspreis | Durchschnittlichen Cost-per-Conversion | Richtet sich nach dem Ziel, das Budget bleibt die Grenze |
| Conversion-Wert maximieren | Möglichst hoher Conversion-Wert | Budget | Versucht, das durchschnittliche Tagesbudget voll auszuschöpfen |
| Ziel-ROAS | Möglichst hoher Conversion-Wert bei der gewünschten Rendite | Conversion-Wert je Werbe-Euro in Prozent | Richtet sich nach dem Ziel, das Budget bleibt die Grenze |
Ziel-CPA
Beim Ziel-CPA legen Sie fest, was eine Conversion im Durchschnitt kosten soll. Google passt die Gebote an die Wahrscheinlichkeit an, mit der eine Anzeige eine Conversion erzielt. Einzelne Conversions können teurer oder günstiger sein als das Ziel.
Die Strategie funktioniert auch ohne Conversion-Verlauf. Liegen Daten vor, leitet Google den empfohlenen Ziel-CPA aus dem Durchschnitt der letzten 30 Tage ab. Ziel-CPA eignet sich, wenn alle Conversions für Sie ungefähr gleich viel wert sind, zum Beispiel Anfragen. Die Kennzahl selbst erklärt der Artikel zum CPA.
Ziel-ROAS
Beim Ziel-ROAS legen Sie fest, welchen Conversion-Wert Sie je investiertem Euro erreichen möchten. Google schätzt den Wert möglicher Conversions bei jeder Suche und passt das Gebot daran an. Die Rechnung lautet Conversion-Wert geteilt durch Werbeausgaben mal 100 Prozent. Im Beispiel von Google ergeben 5 € Umsatz bei 1 € Werbeausgaben einen Ziel-ROAS von 500 %.
Die Strategie braucht übermittelte Conversion-Werte. Das passt, wenn Conversions unterschiedlich viel wert sind, etwa bei Warenkörben im Online-Shop. Wie viele Conversions dafür mindestens nötig sind, hängt vom Kampagnentyp ab. Für Such- und Shopping-Kampagnen nennt Google 15 Conversions in 30 Tagen, für Demand Gen 50 Conversions in 35 Tagen je Kampagne, davon 10 in den letzten 7 Tagen, oder 100 Conversions in 35 Tagen über alle Demand-Gen-Kampagnen des Kontos. Die Kennzahl selbst erklärt der Artikel zum ROAS.
Zielwerte berechnen: ein Rechenbeispiel
Diese frei gewählten Werte zeigen, wie Sie Grenzen aus Ihrer Marge ableiten. Ein Warenkorb bringt 80 € Umsatz und nach Abzug aller Kosten außer der Werbung 20 € Deckungsbeitrag.
| Kennzahl | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Höchster CPA ohne Verlust | Deckungsbeitrag je Kauf | 20 € |
| Niedrigster ROAS ohne Verlust | 80 € / 20 € × 100 % | 400 % |
Das sind Grenzen und noch keine Startwerte. Google schlägt für den Start einen Wert vor, der auf Ihrer bisherigen Leistung beruht. Liegt Ihr tatsächlicher ROAS unter der Grenze, verbessert ein höher gesetztes Ziel die Lage nicht von selbst, denn Google weist darauf hin, dass ein zu hohes Ziel die Zugriffe verringern kann.
Conversions maximieren
Diese Strategie holt mit dem vorhandenen Budget möglichst viele Conversions. Einen Zielpreis gibt es dabei nicht. Sie versucht, das durchschnittliche Tagesbudget voll auszuschöpfen. Google weist darauf hin, dass die Ausgaben deutlich steigen können, wenn Sie bisher nur einen Teil des Budgets nutzen. Haben Sie ein festes Ziel je Conversion, empfiehlt Google Ziel-CPA.
Conversion-Wert maximieren
Diese Strategie holt mit dem vorhandenen Budget den höchstmöglichen Conversion-Wert. Welchen Wert sie maximiert, etwa Umsatz oder Gewinnspanne, legen Sie beim Conversion-Tracking fest. Auch hier können die Ausgaben stark steigen, wenn Sie derzeit deutlich weniger ausgeben. Als Kampagnentypen nennt die Hilfe zur Strategie Such-, Shopping- und Demand-Gen-Kampagnen. Auch Performance Max kann laut Google auf den Conversion-Wert optimieren.
Wie die Strategien heute heißen
Google hat die Bezeichnungen ab Juni 2026 angepasst. Aus „Conversions maximieren mit Ziel-CPA“ wird „Ziel-CPA“, aus „Conversion-Wert maximieren mit Ziel-ROAS“ wird „Ziel-ROAS“. Während der Umstellung können beide Namen nebeneinander auftauchen. Das Gebotsverhalten bleibt laut Google gleich, und Sie müssen im Konto nichts tun.
Inhaltlich geändert hat sich etwas anderes. Seit August 2026 optimieren Ziel-CPA und Ziel-ROAS in budgetbeschränkten Kampagnen näher am gesetzten Ziel. Diese Kampagnen konnten ihr Ziel vorher übertreffen. Google passt weder Ziele noch Budgets automatisch an. Kampagnen ohne Budgetbeschränkung sind nicht betroffen. Die Änderung gilt auch für Ziel-CPC in Demand-Gen-Kampagnen. Google hat sie vom 17. bis zum 27. August 2026 eingeführt.
Was Sie nach der Änderung prüfen sollten
- Filtern Sie Kampagnen mit dem Status „Durch das Budget eingeschränkt“, die ihr Ziel bisher übertroffen haben.
- Möchten Sie die bisherige Leistung halten, gleichen Sie das Ziel an den tatsächlichen Durchschnitt an. Alternativ wechseln Sie auf „Conversions maximieren“ oder „Conversion-Wert maximieren“.
- Warten Sie 1 bis 2 Conversion-Zyklen ab, bevor Sie die Leistung bewerten.
- Setzen Sie wegen dieser Änderung keine Datenausschlüsse oder neuen Gebotslimits, so der Rat von Google.
Tages- und Monatsbudgets gelten weiter. Unter 7 Conversions erhalten Kampagnen kein empfohlenes Ziel und sollten von Hand geprüft werden.
Lernphase, Bewertung und Eingriffe
Der Status „Lernt“ weist auf kürzliche Änderungen an der Struktur hin und dauert laut Google höchstens 7 Tage. Die Anzeigen laufen in dieser Zeit normal weiter.
| Löst den Status aus | Löst ihn nicht aus |
|---|---|
| Neue oder wieder aktivierte Gebotsstrategie | Änderungen am Budget |
| Kampagnen, Anzeigengruppen oder Keywords hinzufügen oder entfernen | Änderungen an ROI-Zielen |
| Größere Änderung an Conversion-Zielen oder -Aktionen | Änderungen an Standort, Zielgruppe, Sprache oder Creatives |
Bewerten Sie Ergebnisse laut Google über 2 Conversion-Zyklen oder 2 Wochen, je nachdem, was länger ist. Ein Conversion-Zyklus ist die Zeit zwischen Klick und Conversion. Der jüngste Zeitraum zählt noch nicht vollständig, weil Conversions verzögert eintreffen. Für Sonderfälle gibt es zwei Werkzeuge:
- Saisonale Anpassungen kündigen eine erwartete starke Änderung der Conversion-Rate an, etwa bei einem Ausverkauf. Google nennt sie für 1 bis 7 Tage geeignet und warnt vor Zeiträumen über 14 Tage.
- Datenausschlüsse nehmen fehlerhafte Conversion-Daten aus dem Lernen heraus, etwa nach einem Tracking-Ausfall. Schließen Sie laut Google mindestens 90 % der betroffenen Klicks aus und nutzen Sie das Werkzeug nicht regelmäßig.
Einen Strategiewechsel können Sie über „Als Test speichern“ vorab prüfen.
Typische Fehler bei Smart Bidding
- Mehrere Zieländerungen in einem Zyklus: Das System kann sich dazwischen nicht einpendeln.
- Bewertung nach wenigen Tagen: Google richtet die Strategien darauf aus, das Ziel im Schnitt über eine Woche oder länger zu halten.
- Wechselnde primäre Conversions: Google rät zu einem gleichbleibenden Ziel.
- Zusätzliche Gebotslimits: Sie können laut Google die Optimierung einschränken.
- Zu viele kleine Kampagnen: Google empfiehlt eine zusammengefasste Struktur und ausreichende Tagesbudgets.
- Falsche Werte im Tracking: Ein fehlerhaft gemeldeter Warenkorb lenkt die Gebote in die falsche Richtung.
Voraussetzungen für Smart Bidding
- Conversion-Tracking: Es muss eingerichtet sein, bevor Sie eine dieser Strategien nutzen. Mehr dazu im Artikel zum Conversion-Tracking.
- Conversion-Werte: Für Ziel-ROAS und Conversion-Wert maximieren brauchen Sie Werte je Conversion. Beobachten Sie neue oder geänderte Werte laut Google 1 bis 2 Conversion-Zyklen, bevor Sie die Strategie nutzen.
- Datenmenge: Conversions maximieren und Ziel-CPA lassen sich auch ohne Vordaten aktivieren, für Ziel-ROAS gelten die oben genannten Mindestwerte. Für eine verlässliche Auswertung nennt Google rund einen Monat mit mindestens 30 Conversions, bei Ziel-ROAS mit 50.
- Einwilligung: Fehlende Einwilligungen wirken sich auf die Messung aus. Hintergründe stehen im Artikel zum Consent Mode v2.
Welche Gebotsstrategie zu welchem Ziel passt
- Alle Conversions sind ähnlich viel wert, kein fester Zielpreis: Conversions maximieren.
- Alle Conversions sind ähnlich viel wert, fester Zielpreis: Ziel-CPA.
- Conversions unterscheiden sich im Wert, kein festes Renditeziel: Conversion-Wert maximieren.
- Conversions unterscheiden sich im Wert, festes Renditeziel: Ziel-ROAS.
Daneben bietet Google Strategien für andere Ziele an. Für Klicks sind das Klicks maximieren, Ziel-CPC und manuelle CPC-Gebote, für Sichtbarkeit der angestrebte Anteil an möglichen Impressionen und CPM-Gebote, für Videoanzeigen CPV-Gebote. Was das im Budget bedeutet, erklärt der Artikel zu den Google-Ads-Kosten.
