Deckungsbeitrag 

Deckungsbeitrag berechnen: Formel, Beispiel und Rechner

Zwei Personen arbeiten an einem Schreibtisch mit Computern in einem modernen Büro.
Ralph Grundmann · Zuletzt aktualisiert am 07.11.2026

Der Deckungsbeitrag ist der Teil des Umsatzes, der nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt und zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Er berechnet sich als Umsatz minus variable Kosten. Eine Bestellung über 80 € mit 52 € variablen Kosten bringt 28 € Deckungsbeitrag. Im Online-Marketing zeigt er, wie viel Werbung je Verkauf höchstens kosten darf.

Wie wird der Deckungsbeitrag berechnet?

Die Formel lautet:

Deckungsbeitrag = Umsatz − variable Kosten

Variable Kosten sind alle Kosten, die mit jedem Verkauf entstehen, im Onlinehandel vor allem Wareneinsatz, Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren und Retouren. Fixkosten wie Miete, Gehälter oder Software fallen unabhängig von der Zahl der Verkäufe an und bleiben hier außen vor.

Rechenbeispiel für eine Bestellung, alle Werte ohne Umsatzsteuer:

  • Warenkorbwert: 80 €
  • Wareneinsatz: 40 €
  • Versand und Verpackung: 6 €
  • Zahlungsgebühren und Retourenanteil: 6 €

80 € − 52 € = 28 € Deckungsbeitrag. Bezogen auf ein einzelnes Produkt heißt die Größe Stückdeckungsbeitrag: Verkaufspreis minus variable Stückkosten.

Deckungsbeitrag I, II und III

In der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung werden die Kosten schrittweise abgezogen. So sehen Sie, an welcher Stelle der Gewinn verloren geht. Eine feste Norm für die Stufen gibt es nicht. Im Onlinehandel ist diese Aufteilung verbreitet:

Stufe Rechnung Beispiel je Bestellung
Deckungsbeitrag I Umsatz − Wareneinsatz 80 € − 40 € = 40 €
Deckungsbeitrag II DB I − Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren, Retouren 40 € − 12 € = 28 €
Deckungsbeitrag III DB II − Werbekosten 28 € − 20 € = 8 €

In der klassischen Kostenrechnung werden je Stufe oft Produkt-, Bereichs- und Unternehmensfixkosten abgezogen. Legen Sie die Stufen im eigenen Unternehmen einmal fest und rechnen Sie danach immer gleich, sonst lassen sich Monate und Kanäle nicht vergleichen.

Deckungsbeitragsquote und Gewinnschwelle

Die Deckungsbeitragsquote setzt den Deckungsbeitrag ins Verhältnis zum Umsatz:

Deckungsbeitragsquote = Deckungsbeitrag ÷ Umsatz × 100

Im Beispiel sind das 28 € ÷ 80 € × 100 = 35 %. Von jedem Euro Umsatz bleiben 35 Cent, um Werbung und Fixkosten zu decken. Was darüber hinaus bleibt, ist Gewinn.

Mit dem Deckungsbeitrag berechnen Sie auch die Gewinnschwelle (Break-even): Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag je Verkauf. Bei 14.000 € Fixkosten im Monat und 28 € Deckungsbeitrag je Bestellung braucht der Shop 500 Bestellungen, um die Fixkosten zu decken. Rechnen Sie die Werbekosten von 20 € je Bestellung mit ein, bleiben 8 € je Bestellung, und es sind 1.750 Bestellungen.

Deckungsbeitrag im Online-Marketing: die Grenze für Werbekosten

Für Werbekampagnen ist der Deckungsbeitrag vor Werbekosten die wichtigste Grenze, im Beispiel der Deckungsbeitrag II. Liegen die Werbekosten je Bestellung darüber, verliert jede verkaufte Bestellung Geld. Daraus folgen drei Grenzwerte:

  • Tragbare Kosten-Umsatz-Relation (KUR): höchstens die Deckungsbeitragsquote, im Beispiel 35 %.
  • Break-even-ROAS: 1 ÷ Deckungsbeitragsquote, im Beispiel 1 ÷ 0,35 = 2,86. Jeder Werbe-Euro muss also mindestens 2,86 € Umsatz bringen.
  • Tragbarer Cost per Order (CPO): Warenkorbwert × Deckungsbeitragsquote, im Beispiel 28 € je Bestellung. Für Anfragen gilt entsprechend der tragbare Cost per Lead (CPL): Deckungsbeitrag je Auftrag × Abschlussquote.

An diesen Grenzwerten bleibt nach der Werbung nichts für die Fixkosten übrig, der Deckungsbeitrag III ist null. Damit auch die Fixkosten gedeckt sind, müssen KUR und CPO darunter und der ROAS darüber liegen. Wie weit, zeigt der Expertenmodus im Rechner unten. Bei Neukund:innen, die wiederkaufen, kann eine Kampagne auch über der Grenze wirtschaftlich sein. Dann rechnen Sie mit dem Customer Lifetime Value (CLV).

Achten Sie darauf, dass Werbekonto und Shop gleich rechnen. Google Ads arbeitet mit dem übermittelten Conversion-Wert, je nach Einrichtung brutto oder netto und meist ohne Abzug späterer Retouren. Ein Ziel-ROAS aus Nettowerten passt dann nicht zu Bruttowerten im Konto.

Deckungsbeitrag, Rohertrag, Marge und Gewinn

Die Begriffe werden im Alltag oft durcheinander verwendet. Sie unterscheiden sich darin, welche Kosten abgezogen sind:

Begriff Rechnung Unterschied zum Deckungsbeitrag
Rohertrag Umsatz − Wareneinsatz Entspricht im Handel dem Deckungsbeitrag I, Versand und Gebühren sind noch nicht abgezogen
Handelsspanne (Verkaufspreis − Einkaufspreis) ÷ Verkaufspreis × 100 Rohertrag in Prozent des Verkaufspreises
Deckungsbeitragsquote Deckungsbeitrag ÷ Umsatz × 100 Deckungsbeitrag in Prozent des Umsatzes
Gewinn Deckungsbeitrag − Fixkosten Zieht auch Miete, Gehälter und Software ab

Mit „Marge“ ist je nach Gegenüber die Handelsspanne, die Deckungsbeitragsquote oder die Umsatzrendite gemeint. Fragen Sie nach, welche Kosten abgezogen sind, bevor Sie mit einer Marge Zielwerte für Kampagnen berechnen.

Deckungsbeitragsrechner

Der Rechner zeigt Deckungsbeitrag, Deckungsbeitragsquote, die höchstens tragbare KUR und den Break-even-ROAS. Tragen Sie Werbekosten ein, sehen Sie zusätzlich den Deckungsbeitrag nach Werbung und Ihre aktuelle KUR.

Im Expertenmodus geben Sie an, welchen Anteil an Miete, Gehältern und Versicherungen jeder Verkauf tragen muss, bei 14.000 € Fixkosten und 8.000 Bestellungen im Monat zum Beispiel 1,75 € je Bestellung. Der Rechner zeigt dann den Gewinn je Verkauf und wie viel Werbung nach den Fixkosten tragbar ist. Was in welches Feld gehört, erklärt das i neben der Beschriftung.

Geben Sie Nettoumsatz und variable Kosten ein. Fixkosten wie Miete und Gehälter gehören nicht dazu.

Alle Beträge ohne Umsatzsteuer. Rechnen Sie je Bestellung, je Produkt oder je Monat.

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 Häufige Fragen 

Deckungsbeitrag: die wichtigsten Fragen

Was ist der Deckungsbeitrag einfach erklärt?

Der Deckungsbeitrag ist das, was vom Umsatz nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt. Mit diesem Betrag bezahlt ein Unternehmen seine Fixkosten, der Rest ist Gewinn.

Wie berechnet man den Deckungsbeitrag?

Umsatz minus variable Kosten. Beispiel: 80 € Umsatz minus 52 € variable Kosten ergeben 28 € Deckungsbeitrag.

Was ist eine gute Deckungsbeitragsquote?

Einen allgemeinen Richtwert gibt es nicht, die Quote hängt von Branche und Fixkosten ab. Für das Marketing zählt, dass die KUR unter der Deckungsbeitragsquote bleibt. Bei 35 % Deckungsbeitragsquote darf die KUR höchstens 35 % betragen.

Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Gewinn?

Der Deckungsbeitrag berücksichtigt nur die variablen Kosten. Gewinn bleibt erst, wenn auch die Fixkosten gedeckt sind.

Was ist der Deckungsbeitrag 3?

In der mehrstufigen Rechnung zieht der Deckungsbeitrag III weitere Kosten ab. Im Onlinehandel sind das oft die Werbekosten. Er zeigt dann, was je Bestellung nach Ware, Versand, Gebühren und Werbung übrig bleibt.

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