Wie wird der Deckungsbeitrag berechnet?
Die Formel lautet:
Deckungsbeitrag = Umsatz − variable Kosten
Variable Kosten sind alle Kosten, die mit jedem Verkauf entstehen, im Onlinehandel vor allem Wareneinsatz, Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren und Retouren. Fixkosten wie Miete, Gehälter oder Software fallen unabhängig von der Zahl der Verkäufe an und bleiben hier außen vor.
Rechenbeispiel für eine Bestellung, alle Werte ohne Umsatzsteuer:
- Warenkorbwert: 80 €
- Wareneinsatz: 40 €
- Versand und Verpackung: 6 €
- Zahlungsgebühren und Retourenanteil: 6 €
80 € − 52 € = 28 € Deckungsbeitrag. Bezogen auf ein einzelnes Produkt heißt die Größe Stückdeckungsbeitrag: Verkaufspreis minus variable Stückkosten.
Deckungsbeitrag I, II und III
In der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung werden die Kosten schrittweise abgezogen. So sehen Sie, an welcher Stelle der Gewinn verloren geht. Eine feste Norm für die Stufen gibt es nicht. Im Onlinehandel ist diese Aufteilung verbreitet:
| Stufe | Rechnung | Beispiel je Bestellung |
|---|---|---|
| Deckungsbeitrag I | Umsatz − Wareneinsatz | 80 € − 40 € = 40 € |
| Deckungsbeitrag II | DB I − Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren, Retouren | 40 € − 12 € = 28 € |
| Deckungsbeitrag III | DB II − Werbekosten | 28 € − 20 € = 8 € |
In der klassischen Kostenrechnung werden je Stufe oft Produkt-, Bereichs- und Unternehmensfixkosten abgezogen. Legen Sie die Stufen im eigenen Unternehmen einmal fest und rechnen Sie danach immer gleich, sonst lassen sich Monate und Kanäle nicht vergleichen.
Deckungsbeitragsquote und Gewinnschwelle
Die Deckungsbeitragsquote setzt den Deckungsbeitrag ins Verhältnis zum Umsatz:
Deckungsbeitragsquote = Deckungsbeitrag ÷ Umsatz × 100
Im Beispiel sind das 28 € ÷ 80 € × 100 = 35 %. Von jedem Euro Umsatz bleiben 35 Cent, um Werbung und Fixkosten zu decken. Was darüber hinaus bleibt, ist Gewinn.
Mit dem Deckungsbeitrag berechnen Sie auch die Gewinnschwelle (Break-even): Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag je Verkauf. Bei 14.000 € Fixkosten im Monat und 28 € Deckungsbeitrag je Bestellung braucht der Shop 500 Bestellungen, um die Fixkosten zu decken. Rechnen Sie die Werbekosten von 20 € je Bestellung mit ein, bleiben 8 € je Bestellung, und es sind 1.750 Bestellungen.
Deckungsbeitrag im Online-Marketing: die Grenze für Werbekosten
Für Werbekampagnen ist der Deckungsbeitrag vor Werbekosten die wichtigste Grenze, im Beispiel der Deckungsbeitrag II. Liegen die Werbekosten je Bestellung darüber, verliert jede verkaufte Bestellung Geld. Daraus folgen drei Grenzwerte:
- Tragbare Kosten-Umsatz-Relation (KUR): höchstens die Deckungsbeitragsquote, im Beispiel 35 %.
- Break-even-ROAS: 1 ÷ Deckungsbeitragsquote, im Beispiel 1 ÷ 0,35 = 2,86. Jeder Werbe-Euro muss also mindestens 2,86 € Umsatz bringen.
- Tragbarer Cost per Order (CPO): Warenkorbwert × Deckungsbeitragsquote, im Beispiel 28 € je Bestellung. Für Anfragen gilt entsprechend der tragbare Cost per Lead (CPL): Deckungsbeitrag je Auftrag × Abschlussquote.
An diesen Grenzwerten bleibt nach der Werbung nichts für die Fixkosten übrig, der Deckungsbeitrag III ist null. Damit auch die Fixkosten gedeckt sind, müssen KUR und CPO darunter und der ROAS darüber liegen. Wie weit, zeigt der Expertenmodus im Rechner unten. Bei Neukund:innen, die wiederkaufen, kann eine Kampagne auch über der Grenze wirtschaftlich sein. Dann rechnen Sie mit dem Customer Lifetime Value (CLV).
Achten Sie darauf, dass Werbekonto und Shop gleich rechnen. Google Ads arbeitet mit dem übermittelten Conversion-Wert, je nach Einrichtung brutto oder netto und meist ohne Abzug späterer Retouren. Ein Ziel-ROAS aus Nettowerten passt dann nicht zu Bruttowerten im Konto.
Deckungsbeitrag, Rohertrag, Marge und Gewinn
Die Begriffe werden im Alltag oft durcheinander verwendet. Sie unterscheiden sich darin, welche Kosten abgezogen sind:
| Begriff | Rechnung | Unterschied zum Deckungsbeitrag |
|---|---|---|
| Rohertrag | Umsatz − Wareneinsatz | Entspricht im Handel dem Deckungsbeitrag I, Versand und Gebühren sind noch nicht abgezogen |
| Handelsspanne | (Verkaufspreis − Einkaufspreis) ÷ Verkaufspreis × 100 | Rohertrag in Prozent des Verkaufspreises |
| Deckungsbeitragsquote | Deckungsbeitrag ÷ Umsatz × 100 | Deckungsbeitrag in Prozent des Umsatzes |
| Gewinn | Deckungsbeitrag − Fixkosten | Zieht auch Miete, Gehälter und Software ab |
Mit „Marge“ ist je nach Gegenüber die Handelsspanne, die Deckungsbeitragsquote oder die Umsatzrendite gemeint. Fragen Sie nach, welche Kosten abgezogen sind, bevor Sie mit einer Marge Zielwerte für Kampagnen berechnen.
Deckungsbeitragsrechner
Der Rechner zeigt Deckungsbeitrag, Deckungsbeitragsquote, die höchstens tragbare KUR und den Break-even-ROAS. Tragen Sie Werbekosten ein, sehen Sie zusätzlich den Deckungsbeitrag nach Werbung und Ihre aktuelle KUR.
Im Expertenmodus geben Sie an, welchen Anteil an Miete, Gehältern und Versicherungen jeder Verkauf tragen muss, bei 14.000 € Fixkosten und 8.000 Bestellungen im Monat zum Beispiel 1,75 € je Bestellung. Der Rechner zeigt dann den Gewinn je Verkauf und wie viel Werbung nach den Fixkosten tragbar ist. Was in welches Feld gehört, erklärt das i neben der Beschriftung.
Umsatz ohne Umsatzsteuer, je Bestellung, je Produkt oder für einen Zeitraum. Alle Felder müssen sich auf dieselbe Basis beziehen.
Kosten, die mit jedem Verkauf entstehen: Wareneinsatz, Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren und Retouren. Miete, Gehälter und Versicherungen sind Fixkosten und gehören nicht hierher.
Mediakosten für diese Verkäufe, etwa aus Google Ads, Meta oder Affiliate-Provisionen. Lassen Sie das Feld leer, wenn Sie nur den Deckungsbeitrag berechnen möchten.
Der Teil von Miete, Gehältern, Versicherungen und Software, den jeder Verkauf tragen muss. Beispiel: 14.000 € Fixkosten im Monat bei 8.000 Bestellungen sind 1,75 € je Bestellung.
Geben Sie Nettoumsatz und variable Kosten ein. Fixkosten wie Miete und Gehälter gehören nicht dazu.
Alle Beträge ohne Umsatzsteuer. Rechnen Sie je Bestellung, je Produkt oder je Monat.
