Was ist Suchintention?
Hinter jedem Keyword steht eine Frage oder ein Bedürfnis. Wer „steuererklärung frist“ eingibt, will ein Datum wissen. Wer „steuerberater bonn“ sucht, will vermutlich jemanden beauftragen. Die Wörter ähneln sich, die Absicht ist eine völlig andere.
Laut Google ist das Verstehen der Suchanfrage der erste Schritt, bevor Ergebnisse sortiert werden. Google nutzt dafür Sprachmodelle, Synonyme und Hinweise in der Anfrage selbst. Wörter wie „Bilder“ oder „kochen“ deuten zum Beispiel darauf hin, dass Bilder oder Rezepte gewünscht sind. Bei „Pizza“ erkennt Google eine lokale Absicht und zeigt Lieferdienste in der Nähe. Auch der Standort und frühere Suchen fließen ein.
Die Arten der Suchintention
Google beschreibt in den Richtlinien für seine Qualitätsbewerter vier Arten von Suchanfragen:
- Know (wissen): Die Person möchte etwas erfahren oder sich in ein Thema einlesen, etwa „was ist ein attributionsmodell“. Eine Sonderform ist Know Simple: Die Antwort passt in ein bis zwei Sätze, etwa „core web vitals grenzwerte“.
- Do (tun): Die Person will etwas erledigen, zum Beispiel etwas kaufen, herunterladen, berechnen oder ansehen, etwa „bmi berechnen“ oder „knieschoner kaufen“.
- Website: Die Person sucht eine bestimmte Website oder Seite, etwa „sparkasse login“.
- Visit-in-person (vor Ort): Die Person sucht einen Ort in der Nähe, etwa „zahnarzt“ oder „tankstelle“.
In der SEO-Praxis ist eine ähnliche Einteilung verbreitet: informational (wissen), navigational (eine Website finden), transaktional (kaufen oder abschließen) und kommerziell (Angebote vergleichen vor einer Entscheidung, etwa „crm software vergleich“). Welche Einteilung Sie nutzen, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass Sie für jedes Keyword die Absicht festhalten.
Mehrdeutige und wechselnde Suchintention
Viele Suchanfragen haben mehr als eine Absicht. Google nennt als Beispiel eine Hochschule: Manche wollen die Website besuchen, andere den Weg dorthin finden, wieder andere etwas über die Geschichte oder die Bewerbung lesen. Die Ergebnisseite mischt dann verschiedene Arten von Treffern.
Die vorherrschende Bedeutung kann sich außerdem mit der Zeit ändern. Wer heute nach einem Smartphone-Namen sucht, meint meist das neueste Modell, nicht das von vor zehn Jahren. Und sie hängt vom Ort ab: Bei „Football“ zeigt Google in Chicago American Football, in London Fußball.
Suchintention erkennen
Der zuverlässigste Weg ist ein Blick auf die aktuelle Suchergebnisseite. Sie zeigt, was Google für die passende Antwort hält:
- Ratgeber und Erklärseiten deuten auf eine Know-Absicht.
- Produktseiten, Shopping-Anzeigen und Preisangaben deuten auf eine Kaufabsicht.
- Vergleiche und Testberichte deuten auf eine kommerzielle Absicht vor dem Kauf.
- Karte mit Unternehmen deutet auf eine Absicht vor Ort.
- Ein Featured Snippet oder eine kurze Antwort oben deutet auf eine Know-Simple-Anfrage.
Hinweise liefert auch die Anfrage selbst: Wörter wie „kaufen“, „preis“, „in der nähe“, „was ist“, „anleitung“ oder „vs“ verraten viel. Bei bestehenden Seiten zeigt die Search Console, mit welchen Suchanfragen Besucher tatsächlich kommen. Bei einer Keyword-Analyse sollte die Suchintention deshalb für jedes Keyword mit erfasst werden.
Inhalte passend zur Suchintention aufbauen
- Seitentyp wählen: Zeigt Google für ein Keyword nur Produktseiten, wird ein langer Ratgeber dort kaum ranken, und umgekehrt.
- Antwort früh liefern: Bei Know-Simple-Anfragen gehört die Antwort in die ersten Sätze, Details folgen danach.
- Handlung ermöglichen: Bei Do-Anfragen braucht die Seite einen Rechner, ein Formular, einen Warenkorb oder einen Download, nicht nur Text.
- Eine Absicht je Seite: Bedienen zwei Seiten derselben Website dieselbe Absicht, konkurrieren sie miteinander. Das nennt man Kannibalisierung. Unterschiedliche Absichten verdienen dagegen eigene Seiten.
Ein Beispiel: Ein Schreiner möchte für „einbauschrank“ gefunden werden. Zeigt Google dafür vor allem Inspirationsseiten mit Bildern, braucht er eine Seite mit Fotos realisierter Schränke. Für „einbauschrank nach maß kosten“ braucht er dagegen eine Seite, die Preisfaktoren erklärt und zur Anfrage führt. Wie solche Inhalte aus einer Keyword-Liste geplant werden, lesen Sie auf unserer Seite zur Keyword-Analyse und Content-Strategie.
Sie möchten wissen, welche Suchintention hinter Ihren wichtigsten Keywords steckt und welche Inhalte Ihnen fehlen? Dann kontaktieren Sie uns gerne oder lesen Sie mehr über unsere Keyword-Analyse und Content-Strategie!
