Was bedeutet E-E-A-T?
Google lässt seine Suchergebnisse weltweit von Menschen bewerten, den sogenannten Search Quality Ratern (Qualitätsprüfern). Wie sie dabei vorgehen, steht in den Search Quality Rater Guidelines, aktuell in der Fassung vom 11. September 2025. Ein zentraler Maßstab darin ist E-E-A-T.
Die Bewertungen der Prüfer verschieben keine einzelne Seite nach oben oder unten. Google nutzt sie, um zu messen, ob die eigenen Systeme gute Ergebnisse liefern. Trotzdem lohnt sich der Blick in die Richtlinien: Sie zeigen sehr konkret, was Google unter einem hochwertigen Inhalt versteht.
Bis Dezember 2022 hieß das Konzept E-A-T. Damals hat Google das erste E für Experience ergänzt, also eigene, praktische Erfahrung mit dem Thema.
Die vier Bestandteile
- Experience (Erfahrung): Hat die Person, die den Inhalt erstellt hat, eigene Erfahrung mit dem Thema? Die Richtlinien fragen zum Beispiel: Wem vertrauen Sie bei einem Produkttest eher, jemandem, der das Produkt selbst benutzt hat, oder jemandem, der es nie in der Hand hatte?
- Expertise (Fachwissen): Hat die Person das nötige Wissen oder Können? Für eine Anleitung zur Elektroinstallation ist eine Elektrikerin glaubwürdiger als jemand, der sich nur für alte Häuser begeistert.
- Authoritativeness (Autorität): Gilt die Website oder die Person als erste Anlaufstelle für das Thema? Gibt es zu einem Thema eine offizielle Quelle, ist sie oft besonders verlässlich. Für die aktuellen Angebote eines Geschäfts kann das zum Beispiel dessen eigenes Profil in sozialen Medien sein.
- Trust (Vertrauen): Ist der Inhalt richtig, ehrlich, sicher und verlässlich? Laut den Richtlinien ist Vertrauen der wichtigste Teil: Eine nicht vertrauenswürdige Seite hat niedriges E-E-A-T, egal wie erfahren oder fachkundig sie wirkt.
Erfahrung, Expertise und Autorität stützen also das Vertrauen. Ein Inhalt muss nicht alle drei gleichermaßen zeigen. Ein Erfahrungsbericht über eine Krankheit kann zum Beispiel ohne medizinischen Titel vertrauenswürdig sein, eine Dosierungsempfehlung braucht dagegen medizinisches Fachwissen.
Ist E-E-A-T ein Rankingfaktor?
Nicht direkt. In seinem Leitfaden für hilfreiche Inhalte schreibt Google, dass E-E-A-T selbst kein bestimmter Rankingfaktor ist. Die Systeme nutzen aber eine Mischung von Faktoren, um Inhalte mit gutem E-E-A-T zu erkennen. Welche das sind, legt Google nicht offen. Einen Überblick über die bekannten Signale finden Sie unter Rankingfaktoren.
Besonders viel Gewicht hat E-E-A-T bei Themen, die Gesundheit, Finanzen oder Sicherheit von Menschen betreffen. Was diese Themen ausmacht und welche Anforderungen dort gelten, erklären wir im Artikel YMYL.
Woran Prüfer E-E-A-T festmachen
Die Richtlinien nennen drei Quellen, aus denen sich die Bewertung speist:
- Was die Website oder der Autor über sich sagt: etwa die Seite „Über uns“, das Impressum oder ein Autorenprofil.
- Was andere sagen: unabhängige Bewertungen, Presseberichte, Auszeichnungen oder Erwähnungen in Fachquellen. Hier zählt der Ruf, nicht die Selbstdarstellung.
- Was auf der Seite selbst zu sehen ist: der Inhalt, seine Sorgfalt und Richtigkeit, bei manchen Seiten auch Kommentare und Bewertungen von Nutzern.
E-E-A-T auf der eigenen Website zeigen
Google empfiehlt im Leitfaden, sich bei jedem Inhalt drei Fragen zu stellen: Wer hat ihn erstellt, wie ist er entstanden und warum gibt es ihn? Daraus ergeben sich konkrete Maßnahmen:
- Autoren nennen: Wo Leser es erwarten, etwa bei Ratgebern und Fachartikeln, gehört eine Autorenzeile mit kurzem Profil dazu. Erfundene Autoren oder KI-generierte Porträtfotos bezeichnet Google ausdrücklich als Täuschung.
- Erfahrung sichtbar machen: eigene Fotos, Messwerte, Projektbeispiele und Ergebnisse statt allgemeiner Aussagen, die auf jeder anderen Seite auch stehen könnten. Mehr dazu unter Unique Content.
- Belegen: Zahlen und Aussagen mit Quellen versehen, bevorzugt mit Primärquellen.
- Transparenz schaffen: vollständiges Impressum, erreichbare Kontaktdaten, eine aussagekräftige Seite über das Unternehmen.
- Aktuell halten: veraltete Angaben korrigieren und das Datum der Überarbeitung angeben.
- KI-Texte prüfen: Wer Inhalte mit KI erstellt, sollte laut Google alle Fakten vor der Veröffentlichung von Hand prüfen. Typische Fehlerquellen beschreibt der Artikel KI-Halluzinationen.
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