Was ist die Absprungquote?
Ein Absprung, englisch Bounce, ist ein Besuch, bei dem jemand auf einer Seite landet und die Website wieder verlässt, ohne etwas zu tun. Die Absprungquote gibt an, wie groß der Anteil dieser Besuche an allen Sitzungen ist.
Die genaue Definition hängt vom Werkzeug ab. In Google Analytics 4 ist die Absprungrate der Anteil der Sitzungen ohne Interaktion. Eine Sitzung mit Interaktion erfüllt mindestens eine von drei Bedingungen:
- Sie dauert länger als 10 Sekunden.
- Sie enthält ein Schlüsselereignis, früher Conversion genannt.
- Sie umfasst mindestens zwei Seiten- oder Bildschirmaufrufe.
Die Absprungrate ist damit das Gegenstück zur Interaktionsrate: Beide ergeben zusammen 100 Prozent. In Universal Analytics, der früheren Version von Google Analytics, zählte dagegen jede Sitzung mit nur einem Seitenaufruf und ohne weiteres Ereignis als Absprung, egal wie lange jemand gelesen hat. Alte und neue Werte lassen sich deshalb nicht vergleichen.
Wie wird die Absprungquote berechnet?
Die Formel lautet:
Absprungquote = Sitzungen ohne Interaktion ÷ alle Sitzungen × 100
Ein Beispiel: Von 2.000 Sitzungen auf einer Landingpage hatten 1.200 eine Interaktion. 800 Sitzungen waren also Absprünge. Die Absprungquote liegt bei 40 Prozent, die Interaktionsrate bei 60 Prozent.
In den Standardberichten von Google Analytics 4 fehlt die Kennzahl zunächst. Sie fügen sie über „Bericht anpassen“ und „Messwerte“ hinzu oder nutzen sie in einer explorativen Datenanalyse. Die Schwelle von 10 Sekunden lässt sich in den Einstellungen des Google-Tags bei der Zeitüberschreitung für Sitzungen ändern. Wer sie verändert, verändert auch die Absprungquote.
Absprungquote-Rechner
Mit dem Rechner ermitteln Sie die Absprungquote einer Seite oder eines Kanals. Geben Sie die Zahl der Sitzungen ohne Interaktion und die Zahl aller Sitzungen ein. Beide Werte finden Sie in Ihrer Webanalyse.
Absprungquote und Ausstiegsquote: der Unterschied
Die beiden Kennzahlen werden oft verwechselt. Die Absprungquote bezieht sich auf Sitzungen, die auf einer Seite beginnen und ohne Interaktion enden. Die Ausstiegsquote zeigt, wie oft eine Seite die letzte einer Sitzung war, egal wie viele Seiten davor aufgerufen wurden.
Eine hohe Ausstiegsquote auf der Bestellbestätigung ist normal. Eine hohe Absprungquote auf einer Produktseite, die über Anzeigen beworben wird, ist dagegen ein Warnsignal.
Was ist eine gute Absprungquote?
Einen allgemeingültigen Wert gibt es nicht. Entscheidend sind der Seitentyp und das Ziel der Seite:
- Ratgeber und Lexikonartikel: Wer eine Antwort sucht und findet, verlässt die Seite oft danach wieder. Da längeres Lesen in Google Analytics 4 als Interaktion zählt, fallen die Werte hier trotzdem meist moderat aus.
- Landingpages für Anzeigen: Jeder Absprung kostet Geld, weil der Klick bezahlt wurde. Hier lohnt sich die Optimierung am meisten.
- Produkt- und Kategorieseiten: Hohe Werte deuten darauf hin, dass Angebot, Preis oder Darstellung nicht zur Erwartung passen.
- Kontakt- und Standortseiten: Ein kurzer Besuch kann ein Erfolg sein, wenn jemand nur die Telefonnummer gesucht hat.
Vergleichen Sie deshalb nicht mit Durchschnittswerten aus dem Netz, sondern Ihre eigenen Seiten untereinander und über die Zeit. Zwei Hinweise aus der Praxis: Eine Absprungquote nahe null ist kein Grund zur Freude, sondern fast immer ein Zeichen für einen Tracking-Fehler, etwa ein doppelt eingebautes Tag. Und eine plötzliche Veränderung nach einem Relaunch oder einer Umstellung des Consent-Banners ist meist technisch bedingt und kein Verhalten der Nutzer.
Typische Ursachen für eine hohe Absprungquote
- Falsche Erwartung: Anzeige, Suchergebnis oder Link versprechen etwas anderes, als die Seite bietet.
- Lange Ladezeit: Wer warten muss, ist weg, bevor die Seite steht. Das gilt besonders mobil.
- Unklarer Einstieg: Der sichtbare Bereich beantwortet nicht, worum es geht und was als Nächstes zu tun ist.
- Fehlende Anschlüsse: Es gibt keine weiterführenden Links, keinen Button und kein passendes Angebot.
- Störende Elemente: Pop-ups, große Banner oder ein Layout, das sich beim Laden verschiebt.
- Technische Fehler: Die Seite funktioniert auf bestimmten Geräten oder Browsern nicht richtig.
So verbessern Sie die Absprungquote
Beginnen Sie dort, wo viel Traffic auf eine hohe Absprungquote trifft, und werten Sie nach Kanal und Gerät getrennt aus. Bewährt haben sich diese Schritte:
- Versprechen und Inhalt abgleichen: Überschrift und Einstieg greifen auf, was Anzeige oder Suchergebnis angekündigt haben.
- Ladezeit senken: Bilder komprimieren, unnötige Skripte entfernen, die wichtigsten Inhalte zuerst laden.
- Nächsten Schritt anbieten: Eine interne Verlinkung auf verwandte Themen und ein klarer Button geben Besuchern einen Grund zu bleiben.
- Mobil prüfen: Testen Sie die Seite auf echten Geräten, nicht nur im Emulator.
- Testen statt raten: Mit A/B-Tests zeigt sich, welche Änderung tatsächlich wirkt.
Behalten Sie dabei das eigentliche Ziel im Blick. Eine niedrigere Absprungquote ist kein Selbstzweck. Sie ist dann wertvoll, wenn dadurch mehr Anfragen, Käufe oder Anmeldungen entstehen, also die Conversion-Rate steigt.
Sie wollen Ihre Absprungquote verbessern und brauchen Unterstützung? Dann kontaktieren Sie uns gerne oder schauen Sie bei unserer Analytics-Schulung vorbei! Wie wir Sie dabei unterstützen, lesen Sie auf unserer Leistungsseite Conversion-Optimierung.
