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Ausstiegsquote

Zwei Männer arbeiten konzentriert an einem Computerbildschirm in einem Büro.
Ralph Grundmann · Zuletzt aktualisiert am 03.10.2026

Die Ausstiegsquote gibt an, bei welchem Anteil ihrer Aufrufe eine Seite die letzte eines Besuchs war. Anders als die Absprungrate erfasst sie auch Besuche mit mehreren Seitenaufrufen: Das ist der Unterschied zwischen Ausstiegsquote und Absprungrate. Ihre Auswertung zeigt, auf welchen Seiten Besucher Ihre Website verlassen und wo eine Optimierung sie länger halten und die Conversion-Rates steigern kann.

Was ist die Ausstiegsquote?

Wie der Name bereits sagt, beschreibt die Ausstiegsquote den Anteil derer, die eine URL (also eine einzelne Seite wie beispielsweise www.mein-shop.com/verzeichnis/seite/) aufrufen und von hier aus die Webseite und damit Ihre Domain verlassen.

Im Unterschied zu den sogenannten Bounces (Absprüngen) kann dem Seiten-Aufruf ein weiterer derselben Domain vorausgehen. Die Absprungrate beschreibt Seitenbesuche, die unmittelbar nach Seitenaufruf ohne weitere Interaktion die Seite wieder verlassen.

Beispiele für die unterschiedlichen Begriffe:

  1. Jemand sucht einen Begriff über die Suchmaschine, klickt auf Ihre URL und kehrt daraufhin direkt wieder zurück zur Suchmaschine. Das ist ein Absprung.
  2. Jemand sucht wieder einen Begriff über die Suchmaschine, klickt auf Ihre URL, klickt über interne Verlinkungen auf eine weitere URL und verlässt erst über die zweite URL die Seite wieder. Dabei handelt es sich um einen Ausstieg.

Im zweiten Beispiel gab es eine Interaktion mit der Webseite: User:in klickt einen Link auf URL #1 und gelangt auf URL #2. Dass die Person erst nach dieser Aktion die Webseite verlässt, ist ein Ausstieg, aber kein Absprung. Verwirrend? – Ja, vielleicht ein wenig. Doch da es einen wesentlichen Unterschied im Online-Marketing darstellt, sollten Sie diese beiden Definitionen unbedingt im Hinterkopf behalten.

Berechnung der Ausstiegsquote

Grundsätzlich gilt im Online-Marketing folgende Formel, um die Ausstiege zu den Seitenaufrufen in ein Verhältnis zu setzen:

Ausstiege / Seitenaufrufe * 100 = Ausstiegsquote
  • Fall 1:   Besuch URL #3, dann Ausstieg
  • Fall 2:   Besuch URL #2, dann Wechsel zu URL #1, dann Wechsel zu URL #2, dann Ausstieg
  • Fall 3:   Besuch URL #1, dann Wechsel zu URL #2, dann Ausstieg
  • Fall 4: Besuch URL #3, dann Wechsel zu URL #1, dann Ausstieg
  • Fall 5:   Besuch URL #3, dann Wechsel zu URL #2, dann Ausstieg

Ergibt folgende Ausstiegsquoten:

  • URL #1: 33 %. URL #1 wird in den Fällen 2, 3 und 4 je einmal aufgerufen und ist nur in Fall 4 die Ausstiegsseite: ein Ausstieg bei drei Aufrufen.
  • URL #2: 75 %. URL #2 wird viermal aufgerufen (in Fall 2 zweimal, in den Fällen 3 und 5 je einmal) und ist in den Fällen 2, 3 und 5 die Ausstiegsseite: drei Ausstiege bei vier Aufrufen.
  • URL #3: 33 %. URL #3 wird in den Fällen 1, 4 und 5 je einmal aufgerufen und ist nur in Fall 1 die Ausstiegsseite: ein Ausstieg bei drei Aufrufen.

Fall 1 ist zugleich ein Absprung, denn die Person hat nur eine Seite gesehen. Für die Ausstiegsquote zählt dieser Fall trotzdem, weil jeder Absprung auch ein Ausstieg ist. Alle fünf Fälle gehen in die Berechnung ein.

Ausstiegsquote-Rechner

Mit dem Rechner ermitteln Sie die Ausstiegsquote einer einzelnen Seite. Geben Sie die Zahl der Ausstiege auf dieser Seite und die Zahl der Aufrufe dieser Seite ein.

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Wieso ist die Ausstiegsquote für Online-Marketing relevant?

Wie das Beispiel zeigt, scheint URL #2 nicht die gleiche Qualität wie die anderen Seiten aufzuweisen, da von hier aus mehr User:innen die Seite direkt verlassen.

Berücksichtigt man, dass Webseitenbesucher:innen zu einem nicht geringen Anteil durch bezahlte Werbung auf die Domain kommen, so kann dies bedeuten, dass die URL #2 dafür sorgt, dass hier Geld „zum Fenster herausgeschmissen“ wird. Vorausgesetzt die betreffende Seite ist nicht eine Seite, die dazu gedacht ist auszusteigen. Beispielsweise könnte die letzte Seite eines Bestell- und Bezahlprozesses, die Bestellbestätigungsseite, durchaus hohe Ausstiegsquoten haben, weil die User:innen den Kauf erfolgreich abgeschlossen haben.

Beispiele und Bewertungen:

  • Annahme: Die zu analysierende Seite ist die Suchergebnisseite der Shop-Suche
    • Wenn auf dieser Seite die Ausstiege recht hoch sind, dann sollte die Qualität der Suchergebnisse genauer unter die Lupe genommen werden. Möglicherweise liegt es daran, dass die User:innen vor allem deswegen aussteigen, weil die Suchen keine Ergebnisse erzeugen.
    • Optimierungsansatz 1: weitere den Suchen entsprechende Produkte im Sortiment aufnehmen.
    • Optimierungsansatz 2: Man kann hier verschiedene andere Artikel ausspielen. Rabattierte und reduzierte Angebote; Produkte, die im eigenen Shop eine sehr hohe Beliebtheit genießen (nach Suchen oder Abverkäufen)
  • Annahme: Die Ausstiegsseite ist eine Produktdetailseite
    • Hier wäre zunächst eine tiefere Analyse vonnöten:
      • Handelt es sich nur um dieses eine Produkt?
      • Sind die Ausstiege nicht nur hier, sondern auf allen Produktseiten besonders hoch?
    • Mögliche Hypothesen für die Ausstiege könnten sein:
      • Preisgestaltung bei diesem einen Produkt
      • Kein zufriedenstellendes Cross Selling hier oder bei allen Produkten
      • Die Produktseite liefert bei Nicht-Gefallen keine ausreichenden weiteren Verlinkungen auf Angebot, andere Kategorien, die interne Suche etc.
    • Letztlich sollte hier auch die:der Expert:in für Usability hinzugezogen werden. Den Möglichkeiten für dieses Verhalten sind zunächst keine Grenzen gesetzt.

Natürlich gibt es noch mehr mögliche Fälle, doch die Beispiele verdeutlichen hoffentlich die Wichtigkeit der Ausstiegsquote für Online-Marketing-Belange.  Wenn beispielsweise die letzte Annahme zutrifft, dann wird hier im Online-Marketing, insbesondere in den bezahlten Kanälen wie SEA, Display und dergleichen, mehr „Geld zum Fenster herausgeworfen“. Die ganze Investition bringt nichts, weil es nicht zu Verkäufen, sprich zu Konversionen kommt.

Was ist eine gute Ausstiegsquote?

Das werden wir immer wieder gefragt. Und wie der vorige Abschnitt hoffentlich deutlich macht, ist eine pauschale Antwort darauf unmöglich zu geben.

Und doch wissen wir natürlich, dass es immer wieder Aussagen gibt, die unseres Erachtens aber nur verwirren. Eine gute Ausstiegsquote wäre natürlich gegen null gehend, was weder auf eine URL noch auf eine gesamte Domain bezogen wahrscheinlich ist. Denn irgendwann endet auch der erfolgreichste Webseiten-/Domain-/Shop-Besuch.

Aber man bekommt, vor allem wenn man eine einzige Webseite wie z.B. einen Online-Shop betreut, recht schnell ein gutes Gefühl für erreichbare niedrige und erschreckend hohe Ausstiegsquoten. Hier ist es vor allem wichtig, dass man über genügend Daten verfügt. Denn wenn man eine URL als Beispiel heranzieht, die zwei Besuche und zwei Ausstiege hat, dann ist dies für Hypothesen keine valide Basis, auch wenn die Ausstiegsquote erschreckend hoch ist.

Also ein Tipp zum Schluss: Nehmen Sie sich URLs aus Ihrer Webseite heraus, die über höheren Traffic verfügen, und betrachten Sie dort eingehender die Ausstiege. Und dann gilt es: Optimieren, Testen, Optimieren, weiter Testen …

Sie wollen Ihre Ausstiegsquote verbessern und brauchen Unterstützung? Dann kontaktieren Sie uns gerne! Sie wollen mehr erfahren oder Ihr Team zu diesem Thema schulen lassen? Dann schauen Sie mal bei unseren Analytics-Seminaren.

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