First-Party-Daten 

First-Party-Daten: der Wert Ihrer eigenen Kundendaten

Zwei Männer diskutieren vor einem Computerbildschirm mit Diagrammen.
Ralph Grundmann · Zuletzt aktualisiert am 19.10.2026

First-Party-Daten sind Daten, die ein Unternehmen selbst und direkt von seinen Kunden und Besuchern erhebt, etwa über die eigene Website, den Onlineshop, den Newsletter oder das CRM. Weil Browser Drittanbieter-Cookies zunehmend einschränken, werden sie für Messung und Werbung immer wichtiger. Eine Einwilligung ersetzen sie aber nicht.

Was sind First-Party-Daten?

„First Party“ ist die erste Partei, also Sie selbst. First-Party-Daten entstehen überall dort, wo Menschen direkt mit Ihrem Unternehmen in Kontakt kommen:

  • Besuche und Interaktionen auf Ihrer Website oder in Ihrer App, gemessen mit Ihrer Webanalyse
  • Bestellungen, Anfragen und Kundenkonten
  • Newsletter-Anmeldungen und Reaktionen auf E-Mails
  • Gespräche mit Vertrieb und Kundenservice, Umfragen, Veranstaltungen

Davon unterscheidet man:

  • Second-Party-Daten: die First-Party-Daten eines anderen Unternehmens, die es Ihnen im Rahmen einer Partnerschaft zur Verfügung stellt.
  • Third-Party-Daten: Daten, die Anbieter auf fremden Websites gesammelt haben und weiterverkaufen, klassisch über Drittanbieter-Cookies.

Manchmal ist zusätzlich von Zero-Party-Daten die Rede. Gemeint sind Angaben, die Kunden Ihnen bewusst mitteilen, etwa Vorlieben in einem Kundenprofil.

Warum First-Party-Daten wichtiger werden

Drittanbieter-Cookies funktionieren in vielen Browsern nicht mehr:

  • Safari blockiert sie laut WebKit seit 2020 standardmäßig vollständig.
  • Firefox trennt Cookies seit 2022 standardmäßig nach Website, sodass ein Anbieter Nutzer per Cookie nicht mehr über verschiedene Websites hinweg verfolgen kann.
  • Chrome lässt sie weiter zu. Google hat im April 2025 angekündigt, keinen eigenen Abfragedialog einzuführen. Nutzer können Drittanbieter-Cookies aber in den Einstellungen sperren.

Hinzu kommen Werbeblocker und Besucher, die im Cookie-Banner ablehnen. Daten aus eigenen Quellen sind deshalb oft die verlässlichste Grundlage für Analyse und Werbung.

Wofür Sie First-Party-Daten nutzen können

  • Webanalyse: Google Analytics arbeitet mit Cookies der eigenen Domain, also mit First-Party-Cookies.
  • Erweiterte Conversions in Google Ads: Gibt ein Kunde bei einer Bestellung seine E-Mail-Adresse an, wird sie gehasht, also unumkehrbar in eine Zeichenfolge umgewandelt, an Google übertragen. So lassen sich Conversions genauer zuordnen.
  • Customer Match: Eigene Kundenlisten werden in Google Ads hochgeladen, um Bestandskunden in der Suche, auf YouTube, in Gmail und im Displaynetzwerk gezielt anzusprechen oder auszuschließen.
  • Remarketing und Zielgruppen: Besucher, die bestimmte Seiten gesehen haben, gezielt erneut ansprechen, mehr dazu unter Retargeting.
  • Auswertung über Kanäle hinweg: Daten aus Shop, CRM und Werbekonten zusammenführen, zum Beispiel um Umsatz statt nur Klicks zu bewerten.

First-Party-Daten und Einwilligung

Ein verbreiteter Irrtum: Eigene Daten seien automatisch ohne Einwilligung nutzbar. Das stimmt nicht. Für das Speichern und Auslesen von Informationen auf dem Endgerät, etwa über Cookies, braucht es nach § 25 TDDDG grundsätzlich eine Einwilligung, sofern es nicht unbedingt erforderlich ist. Für die Verarbeitung personenbezogener Daten gilt außerdem die DSGVO. Ob ein Cookie von Ihrer eigenen oder einer fremden Domain kommt, ändert daran nichts.

Auch Google verlangt Einwilligungssignale: Wer Daten von Nutzern im Europäischen Wirtschaftsraum für Werbung an Google sendet, muss deren Einwilligung übermitteln, in der Regel über den Consent Mode v2. Welche Rechtsgrundlage im Einzelfall trägt, sollten Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten klären.

First-Party-Daten und Server-Side-Tracking

Beim klassischen Tracking im Browser schickt jedes Werbe- und Analysewerkzeug seine Daten direkt an den eigenen Anbieter. Beim Server-Side-Tracking gehen die Daten zuerst an einen Server, der unter Ihrer eigenen Domain läuft. Laut Google behalten Sie so die volle Kontrolle darüber, welche Daten in welcher Form an welche Dienste weitergehen.

Das hat mehrere Vorteile: Sie können personenbezogene Daten herausfiltern, bevor sie weitergegeben werden, Daten um eigene Werte wie die Marge anreichern und dieselben Daten für mehrere Dienste nutzen. Wo die Unterschiede im Detail liegen, zeigt der Vergleich Client-Side- vs. Server-Side-Tracking.

Wichtig: Server-Side-Tracking ist kein Weg, die Einwilligung zu umgehen. Die Entscheidung im Cookie-Banner muss auch auf dem Server beachtet werden.

Sie möchten Ihre eigenen Daten verlässlich und datenschutzkonform für Analyse und Werbung nutzen? Dann kontaktieren Sie uns gerne oder lesen Sie mehr über unser Server-Side-Tracking!

 Häufige Fragen 

First-Party-Daten: die wichtigsten Fragen

Was sind First-Party-Daten?

First-Party-Daten sind Daten, die ein Unternehmen selbst direkt von seinen Kunden und Besuchern erhebt, etwa über Website, Onlineshop, Newsletter oder CRM.

Was ist der Unterschied zwischen First-Party- und Third-Party-Daten?

First-Party-Daten erheben Sie selbst. Third-Party-Daten sammeln Dritte auf fremden Websites, meist über Drittanbieter-Cookies, und verkaufen sie weiter.

Darf ich First-Party-Daten ohne Einwilligung nutzen?

Nicht automatisch. Cookies und ähnliche Technik brauchen nach § 25 TDDDG grundsätzlich eine Einwilligung, wenn sie nicht unbedingt erforderlich sind, auch wenn sie von Ihrer eigenen Domain stammen. Für personenbezogene Daten gilt zusätzlich die DSGVO.

Was hat Server-Side-Tracking mit First-Party-Daten zu tun?

Beim Server-Side-Tracking laufen die Daten über einen Server unter Ihrer eigenen Domain. Sie entscheiden, welche Daten an welche Dienste weitergehen. Die Einwilligung ersetzt das nicht.

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