Was ist Docker?
Docker verpackt eine Anwendung mit Laufzeitumgebung, Bibliotheken und Einstellungen in einen Container. Der verhält sich auf jedem Server gleich, ob auf dem Rechner eines Entwicklers, bei einem deutschen Hoster oder in der Cloud. Genau das macht Docker für den Betrieb eines Server-Containers interessant: Google liefert die Anwendung fertig verpackt, Sie entscheiden nur, wo sie läuft. Drei Begriffe reichen fürs Verständnis:
- Image: die schreibgeschützte Vorlage. Für das serverseitige Tracking stellt Google ein fertiges Image bereit.
- Container: eine laufende Instanz eines Images. Aus einem Image lassen sich beliebig viele gleiche Container starten, etwa mehrere Tagging-Server.
- Registry: ein Speicher für Images. Docker Hub ist die öffentliche Registry, das Image von Google liegt in Googles eigener Registry.
Container sind schlanker als virtuelle Maschinen, weil sie keinen eigenen Betriebssystemkern brauchen, sondern den des Servers nutzen. Deshalb passen mehrere Container auf einen kleinen Server.
Docker beim serverseitigen Tracking: so läuft es
Beim serverseitigen Tracking mit dem Google Tag Manager läuft der Server-Container immer als Container aus einem Docker-Image. Die Frage ist nur, wer ihn betreibt. Bei Google Cloud Run oder einem spezialisierten Hoster kümmert sich der Anbieter darum. Auf einem eigenen Server richten Sie ihn selbst ein, nach Googles Anleitung zur manuellen Einrichtung:
- Image:
gcr.io/cloud-tagging-10302018/gtm-cloud-image:stable - Ein Vorschau-Server: genau einer, mit
CONTAINER_CONFIGundRUN_AS_PREVIEW_SERVER=true. Über ihn läuft die Vorschau im Tag Manager. - Mehrere Tagging-Server: mit
CONTAINER_CONFIGund der Adresse des Vorschau-Servers inPREVIEW_SERVER_URL. Google empfiehlt den Betrieb als Cluster, je Server höchstens eine virtuelle CPU. - Erreichbarkeit: In Googles Beispielen lauscht der Server auf Port 8080, über die Einstellung
PORTlässt sich das ändern. Unter/healthymeldet er, ob er läuft. Davor gehört ein Webserver oder Load Balancer mit Zertifikat für Ihre Domain.
Vorteile eines eigenen Docker-Servers
- Datenschutz und Kontrolle: Sie bestimmen, wo der Server steht und wer ihn betreibt, etwa ein Hoster in Deutschland ohne Mutterkonzern in den USA oder Ihr eigenes Rechenzentrum. Für den Server selbst stellt sich die Frage der Übermittlung in ein Drittland dann nicht, und Protokolle, Zugriffe und Aufbewahrung legen Sie selbst fest. Deshalb wählen gerade Unternehmen mit strengen Datenschutzvorgaben diesen Weg.
- Kosten: Ein kleiner Cloud-Server bei einem deutschen Hoster kostet wenige Euro bis gut zehn Euro im Monat. Zwei Tagging-Server und ein Vorschau-Server liegen damit bei rund 20 bis 30 Euro. Für Google Cloud Run nennt Google rund 45 US-Dollar je Server und empfiehlt mindestens zwei, also rund 90 US-Dollar im Monat.
- Nähe zur Website: Läuft der Container auf demselben Server oder hinter demselben Proxy wie die Website, liegt er im selben Netz. Safari lässt Cookies, die der Server setzt, dann länger bestehen als die sieben Tage, auf die es Cookies aus fremden Netzen begrenzt.
- Unabhängigkeit: Kein Rechnungskonto bei Google Cloud und keine Abrechnung nach Anfragen wie bei spezialisierten Hostern.
Eine Einschränkung gehört dazu: Was der Server an GA4, Google Ads oder Meta weitergibt, landet trotzdem bei diesen Anbietern. Und eine Einwilligung brauchen Sie mit eigenem Server genauso wie ohne.
Nachteile: Den Betrieb übernehmen Sie
- Wartung: Google entwickelt das Image weiter. Updates des Images, des Betriebssystems und der Zertifikate spielt jemand ein, bei Cloud Run oder einem Hoster passiert das ohne Ihr Zutun.
- Ausfallsicherheit und Last: Cloud Run startet bei viel Verkehr selbst weitere Server. Auf eigenen Servern planen Sie Reserven, Lastverteilung und den Ersatz bei einem Ausfall selbst. Fällt der Server aus, fehlen die Daten dieser Zeit.
- Überwachung: Jemand muss merken, wenn der Server nicht antwortet oder Daten nicht ankommen, am besten bevor es im Bericht auffällt.
- Feinheiten der Einrichtung: Steht ein Proxy vor dem Container, muss er die IP-Adresse der Besucher weiterreichen. Sonst sieht der Server nur die Adresse des Proxys, und Analytics ordnet alle Besuche dem Standort des Servers zu. Das kommt in der Praxis vor, deshalb prüfen wir die Weitergabe bei jeder Abnahme.
- Know-how: Ohne jemanden, der Linux, Docker und Webserver beherrscht, sind die gesparten Serverkosten schnell durch Arbeitszeit aufgezehrt.
Matomo und Piwik PRO beim serverseitigen Tracking
Wem Datenschutz wichtig ist, der setzt bei der Webanalyse oft auf Matomo oder Piwik PRO statt Google Analytics. Beide bringen einen eigenen Tag Manager mit, der aber im Browser arbeitet. Server-Side Tagging kann der Matomo Tag Manager derzeit nicht, das bestätigt Matomo selbst. Für das serverseitige Tracking beschreiben deshalb beide Anbieter den Weg über einen Server-Container des Google Tag Managers:
- Matomo: Matomo lässt sich mit dem offiziellen Docker-Image selbst betreiben, zusammen mit einer MySQL- oder MariaDB-Datenbank. Für den Server-Container stellt Matomo ein eigenes Client-Template bereit, der Tracking-Code zeigt dann auf Ihre Server-Adresse. Alternativ schickt Ihr Server die Daten über die Tracking-Schnittstelle direkt an Matomo.
- Piwik PRO: Für den Server-Container stellt Piwik PRO ein Client- und ein Tag-Template bereit, der Tracking-Code zeigt auf Ihren Server-Container. Piwik PRO selbst empfiehlt eine Kombination aus Server-Container und eigenem Tag Manager. Daneben nennt Piwik PRO JENTIS und für den Enterprise-Tarif einen eigenen Datensammler auf Ihrer Domain, der nur die Analyse abdeckt.
Damit lässt sich ein Aufbau ganz auf eigenen Servern umsetzen: Matomo und der Server-Container von Google laufen beide als Docker-Container, etwa bei einem Hoster in Deutschland. Werbeplattformen wie Google Ads oder Meta beliefert der Server-Container dann nur mit den Daten, die Sie freigeben.
Eigener Docker-Server, Cloud Run oder Hoster?
| Vergleich | Eigener Docker-Server | Google Cloud Run | Spezialisierter Hoster |
|---|---|---|---|
| Kosten im Monat | wenige Euro je Server, dazu Arbeitszeit für den Betrieb | rund 45 US-Dollar je Server, mindestens zwei empfohlen | je nach Anfragen, ab rund 20 US-Dollar |
| Standort und Anbieter | frei wählbar, auch in Deutschland | Google-Region wählbar, Anbieter Google | nach Angebot des Hosters |
| Wartung und Updates | liegen bei Ihnen oder Ihrem Dienstleister | übernimmt Google | übernimmt der Hoster |
| Lastspitzen | selbst planen | automatisch | automatisch im Rahmen des Tarifs |
| Passt, wenn | Datenschutzvorgaben streng sind und IT vorhanden ist | Sie Google Cloud schon nutzen | Sie schnell starten wollen |
Welcher Weg passt, besprechen wir mit Ihnen und Ihrer IT. Die Kosten der drei Wege im Detail stehen auf unserer Seite zum serverseitigen Tracking.
Wofür Docker sonst genutzt wird
Außerhalb des Trackings dient Docker vor allem für Entwicklungs- und Testumgebungen, die sich wie der Live-Server verhalten, und für den Betrieb von Anwendungen in der Cloud. Viele Cloud-Dienste, auch Google Cloud Run, führen Anwendungen als Container aus. Die Desktop-Anwendung Docker Desktop ist unter anderem für kleine Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten und weniger als 10 Millionen US-Dollar Jahresumsatz kostenlos. Unternehmen, die eine der beiden Grenzen erreichen, und Behörden brauchen ein Abo. Die Docker Engine auf dem Server ist Open Source.
Sie wollen serverseitiges Tracking auf einem eigenen Server betreiben oder wissen, welcher Weg für Sie passt? Dann kontaktieren Sie uns gerne oder lesen Sie mehr über unser serverseitiges Tracking!
